
13 Tage auf La Réunion
Teil 3

Sentier botanique de Mare-Longue (5)
Auf dem botanischen Pfad Mare-Longue kommt man sich vor wie auf einer Expedition. Wir wandern durch einen dichten, verwurzelten Wald, der sich auf dem Lavastrom des Piton de la Fournaise entfaltet hat. Vor der Ankunft des Menschen soll diese Art von Wald die gesamte Insel bis zu einer gewissen Höhe bedeckt haben. Der Mare-Longue-Wald ist heute einer der wenigen dieser Wälder, die verschont geblieben sind, wahrscheinlich auch, weil die Bodenschicht für die Landwirtschaft ungeeignet ist. Der Botaniker erkennt Wallholz an seiner rötlichen Rinde und Apfelholz an seinen Wurzeln. Wir bekommen die Vielfalt und den Reichtum dieses Waldes nur an der Fülle der unterschiedlichen Gewächse und anhand botanischer Plaketten mit, die uns zeigen, worum es sich gerade handelt.


Einmal Tarzan spielen, ein Vergnügen nicht nur für Kinder.

Getestet:

Schön zu wissen, wo man ist. Wir hatten das Land Rover Explore Outdoor Phone – ein Vorserien-Testgerät – mit Zusatzakku dabei und die Offline-Karte La Réunion von ViewRanger geladen. Hier im Urwald durfte es seine GPS-Empfangsqualitägen unter Beweis stellen. Zu keiner Zeit hatten wir den Empfang verloren und auch sonst keine Probleme mit dem Gerät, außer mit der Befestigung des Karabiners, die sich an unserem Gerät löste und einen unkontrollierten Sturz auf den Boden zur Folge hatte. Also ein „Real-World-Test” – aber dem Gerät keinen Schaden zufügen konnte. Laut Hersteller ist dieses Problem behoben. Unser Fazit: Unverwüstlich ist nichts, aber wer ein echtes Outdoor Smartphone sucht, das auch ohne Schutzhülle einen harten „Go-Wild-Einsatz“ überlebt, können wir dieses Gerät wirklich empfehlen. Abmessungen: 152 x 75,3 x 14 mm. Gewicht: 232 g und mit Zusatzakku in etwas das Doppelte. Alle weiteren Details kann jeder auf der oben verlinkten Seite nachlesen und brauchen wir hier nicht zu wiederholen. Auch wenn der eingebaute Akku mit 4.000 mAh schon recht leistungsstark ist und im normalen Gebrauch zwei Tage durchhält, sollte man den Zusatzakku unter verschärften Bedingungen immer dabei haben.
Zuckerrohr-Spalier

Lavastrom-Wanderung am Pointe de la Table (6)

Wir fahren von Saint-Philippe entlang der Küste auf der RN2 weiter ostwärts und biegen nach sechs Kilometern rechts ab zum Pointe de la Table. Wir wollen uns die Lavaströme die der Piton de La Fournaise bei seinem Ausbruch 1986 hinterlassen hat ansehen. Ein spektakuläres Panorama erwartet uns. Tolle Kontraste zwischen dem Schwarz der Küste, dem Blau des Ozeans, dem Weiß der Gischt und dem Grün der Pflanzen, die sich langsam ihr Land zurückholen, ziehen uns in ihren Bann. Die Pflanzen erobern auch Land, das vorher nicht da war, denn der Vulkansausbruch hat die Insel um ca. 25 Hektar vergrößert, bildete neue Klippen, die die Meeresbrandung und die Erosion ihrerseits wieder verändert.
An verschiedenen Stellen erklären Tafeln, was hier so abging und wir bewundern, welche Kunstwerke, Formen und Designs die Lava auf dem Boden hinterlassen hat. Vorgelagerte Korallenriffe gibt es hier nicht, darauf deuten die Warnschilder hin, die vor hungrigen Haien warnen.

Dass erkaltete Lava durchaus auch gefährlich sein kann, musste mein Sohn – der in seinem Übermut nicht zu bremsen war – schmerzhaft erfahren.
Und wieder ein Plansch-, Schwimm-, Paddel- und Cocktail-Schlürf-Tag
Goodbye West Coast
Unsere Zeit auf La Réunion neigt sich dem Ende zu. Zwei Tage bleiben uns noch, viel zu wenig, um all das, was noch sehenswert wäre kennenlernen zu können. Für eine Wanderung hoch zum Pitons de la Fournaise reichen die Reststunden nicht mehr aus. Um noch etwas vom Landesinneren zu sehen wollen wir quer durchs Land von West- zur Ostküste über die Rue N3.

Col de Bellevue (7)
Der Col de Bellevue ist ein Gebirgspass auf der N3. Mit 1606 Metern ist er einer der höchsten Straßenpässe der Insel und liegt zwischen den Dörfern Bourg-Murat und La Plaine-des-Palmistes, zwei kreolische Ortschaften. Einfach nur durchfahren, geht gar nicht. Immer wieder halten wir an, um zu bestaunen, was wir sehen.


Grand Etang (8)
Vor mehreren Zehntausenden Jahren grub ein Fluss ein tiefes Tal in das Massiv des Piton des Neiges, Tausende Jahre später sorgte ein Ausbruch des Piton de la Fournaise, dass Lavaströme das Tal komplett blockierten und den Fluss stoppten. Es bildete sich ein See, dessen Wasserpegel sehr stark schwanken und der während einer Trockenperiode komplett ausgetrocknet sein kann. Einen Teil des Wassers für den See liefert der Wasserfall Le Bras d'Annette, vor allem erhält er sein Wasser jedoch aus dem Regenwasser von den hohen Steilhängen, die ihn umgeben. Der See hat keine sichtbare Ableitung, und das Wasser läuft durch Einsickern in den porösen Vulkanstein ab. Der Grand Etang ist der einzige See vulkanischen Ursprungs in den Höhenlagen von La Réunion. (Quelle)

Diesen See muss ich sehen, auch wenn Frau und Sohn streiken und sich ein paar freie Stunden nehmen. Ich ziehe trotzdem los und der Grand Etang gehört an diesem Nachmittag mir ganz alleine.
Danach fahren wir weiter nach:
Saint-Anne (9)
In Saint-Anne gibt es sicherlich mehr zu sehen, als die Kirche, aber als Belmondo-Film-Fan muss ich mir genau diese ansehen, denn hier wurde 1969 eine Szene des Films „Das Geheimnis der falschen Braut“ (Originaltitel: La sirène du Mississipi) von François Truffaut – und zwar die Hochzeit von Catherine Deneuve und Jean Paul Belmondo gedreht. Die Kirche selbst ist eine imposante Erscheinung. 1857 erbaut, ließ sie 1921 Pater Georges Daubenberger zur Barockkirche umbauen und noch eine Kapelle zu Ehren von Sainte-Thérèse dazu, die 1925 heiliggesprochen wurde.
Saint-Denis
Von Saint-Denis sehen wir nicht viel, nehmen uns ein Zimmer für zwei Nächte im Hotel Austral und nutzen die verbleibende Zeit bis zu unserem Rückflug mit kleinen Exkursionen.
Cascade Niagara (10)
Über den Niagara-Wasserfall – nein nicht der in den USA – stürzen sich die Fluten des Sainte-Suzanne Flusses 25 Meter in die Tiefe und bilden einen Pool, in dem man schwimmen kann, bevor er sich die letzten zwei Kilometer zur Küste durchschlängelt. Der Weg dorthin führt – zum Teil einspurig – mitten durch Zuckerrohrfelder.
Bassin Boeuf
Etwas weiter im Hinterland – auch am Saint-Suzanne Fluss – wandern wir diesmal oberhalb des Wasserfalls zum Fluss, bevor dieser sich wieder den Fels hinunterstürzt und das Bassin Boeuf bildet, ein etwa 50 Meter im Durchmesser großes „Schwimmbecken“.






















