Von Seattle zu Yellowstone und Arches Nationalpark
10 Stunden im Flugzeug zu sitzen ist alles andere als ein Vergnügen, wenn das Kleingeld für die Businessclass fehlt. Müde angekommen ist die Freude dafür umso größer.
Am Flughafen wartet ein nagelneuer Jeep Wrangler auf uns, der für die kommenden vier Wochen unser mobiles Zelt sein wird. Nur drei Dinge sind es, die wir vorab gebucht haben, den Flug bei Lufthansa, das Fahrzeug bei Sixt und die ersten drei Tage im Pineapple, einem Hotel mitten in Seattle. Alles Weitere haben wir auf uns zurollen lassen. So können wir unsere Pläne nach Lust und Laune ändern und jeden Tag entscheiden, was wir machen wollen.
Jeep Wrangler, für Amerikaner ein Kleinwagen, für uns ein Überallhinkomm-Wohnmobil, um auch auf nicht asphaltierte Strecken von A nach B zu kommen.
Wie schon geschrieben, wir bleiben zunächst zwei Tage in Seattle, um uns an die neun Stunden Zeitverschiebung und an das Leben hier zu gewöhnen, welches sich doch deutlich von unserem in München unterscheidet.
Nach zwei Tagen in der Stadt brechen wir Richtung Yellowstone-Nationalpark auf. Dafür brauchen wir über drei Tage, queren Washington State, Idaho, Montana und landen in Wyoming. Legen über 800 Meilen zurück, rund 1300 Kilometer. Das entspricht in etwa der Strecke von München nach Bordeaux. Die Entfernungen zwischen den Bundesstaaten sind gewaltig, wir wollen ja nicht rasen, sondern reisen. Und Geschwindigkeitsbegrenzungen auf State Highways und Interstates gibt es ja auch. Die variieren von Staat zu Staat. In Washington State zum Beispiel von 60 bis 70 mph, in Idaho, Montana von 70 bis 80 mph und in Wyoming zwischen 75 und 80 mph.
Faszinierend, wie sich die Landschaft ständig ändert, dabei sind wir immer noch in Washington State. Machen ein Coffee break „in the Middle of Nowhere“ beim Espresso Chalet in den Cascade Moumtains, rundherum nur Wald und treffen Bigfoot. Ja, Bergbewohner brauchen ihre Maskottchen, im Himalaja ist es der Yeti, in den Rocky Mountains eben Bigfoot. Hier lohnt es sich auch zu Fuß die Gegend zu erkunden. Eine Wanderung zu den Bridal Veil Falls und zum Lake Serene ist wohl sehr zu empfehlen, sagt uns die junge Frau am Kiosk. Merken wir uns für das nächste Mal und fahren weiter nach Leavenworth, einem kleinen Städtchen mit 2200 Einwohnern. Das Ortsschild heißt uns willkommen und verkündet: „Wellcome in Leavenworth. The Bavarian Village“. Der Gedanke, am anderen Ende der Welt zu sein, nur um am Ende wieder in Bayern zu landen, entlockt uns ein grinsen. Ein Klick auf den Link lohnt sich! Wir übernachten auf dem Pine Village KOA Campingplatz und überlegen, was wir als Nächstes in Angriff nehmen könnten. Wir haben ja noch an die 700 Meilen vor uns.

Amis brauchen einfach mehr Platz für ihre Womos.

Heute schaffen wir es tatsächlich bis West Yellowstone in Montana. 65 Meilen zuvor fahren wir durch Ennis und fühlen uns in eine andere Zeit versetzt. Der einzige Unterschied, den wir aus alten Westerfilmen kennen, ist, dass statt Pferden Autos vor den Saloons stehen. Jedes Jahr am 4. Juli sind laut Wikipedia wieder die Pferde dran.
Und wir steigen wieder in den Wrangler, fahren zum Yellowstone und buchen uns beim Yellowstone West Gate KOA Holiday Campground für die nächsten Tage ein. Von hier ist es nur ein Katzensprung zum Eingang West.








